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Wie Unternehmen Generative KI nutzen können, um ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung zu automatisieren und zu verbessern

Wie Unternehmen Generative KI nutzen können, um ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung zu automatisieren und zu verbessern

Wie Unternehmen Generative KI nutzen können, um ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung zu automatisieren und zu verbessern

Nachhaltigkeitsberichterstattung ist längst keine freiwillige Imagepflege mehr, sondern ein strategisches Muss. Strengere regulatorische Vorgaben wie die EU‑Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), steigender Druck von Investoren und eine kritischere Öffentlichkeit zwingen Unternehmen, systematisch, prüfbar und vergleichbar über Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen (ESG) zu berichten. Gleichzeitig wächst die Komplexität: Datenfluten, unterschiedliche Standards, heterogene IT-Systeme und die Erwartung, nicht nur Zahlen, sondern auch nachvollziehbare Narrative zu liefern.

Genau hier setzt Generative KI an. Sie kann nicht nur repetitive Aufgaben automatisieren, sondern auch inhaltlich unterstützen: beim Sammeln, Strukturieren und Interpretieren der Daten, beim Formulieren von Texten und beim Erkennen von Mustern und Risiken. Richtig eingesetzt, wird sie zum Hebel, um Nachhaltigkeitsberichterstattung effizienter, präziser und nutzerfreundlicher zu machen – ohne die menschliche Verantwortung zu ersetzen.

Regulatorischer Druck als Treiber für Automatisierung

Mit der CSRD werden in der EU ab den Geschäftsjahren 2024 bzw. 2025 schrittweise tausende zusätzliche Unternehmen berichtspflichtig. Sie müssen detaillierte Angaben zu Klima, Ressourcen, Lieferketten, Diversität und Governance machen – oft entlang der European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Das bedeutet:

Manuell organisierte Reporting-Prozesse geraten hier schnell an Grenzen. Generative KI kann helfen, diese Komplexität zu bewältigen, indem sie wiederkehrende Aufgaben übernimmt, Datenquellen verbindet und Textentwürfe erstellt, die Fachabteilungen anschließend validieren und schärfen.

Datenbasis: Wie Generative KI unstrukturierte Informationen nutzbar macht

Nachhaltigkeitsdaten liegen selten perfekt aufbereitet in einem zentralen System vor. Oft sind sie verteilt über Excel-Tabellen, E-Mails, PDFs von Lieferanten, interne Richtlinien, Energieabrechnungen oder Protokolle aus Nachhaltigkeitsgremien. Generative KI kann hier als Übersetzerin und Orchestrator fungieren.

Typische Anwendungsfelder:

Damit dieser Einsatz seriös bleibt, müssen Unternehmen genau definieren, welche Datenquellen angebunden werden dürfen, wie Datenqualität geprüft wird und welche Informationen sensibel oder vertraulich sind. Generative KI ist nur so gut wie die Datenbasis und das Governance-Modell, das ihre Nutzung regelt.

Textgenerierung: Vom Datensatz zum verständlichen Nachhaltigkeitsbericht

Ein Großteil des Aufwands in der Nachhaltigkeitsberichterstattung entfällt nicht auf die Datenerhebung, sondern auf die textliche Ausarbeitung: Erläuterungen, Einordnungen, Narrative, inhaltliche Konsistenz über verschiedene Kapitel hinweg. Hier spielt Generative KI ihre Stärken aus.

Mögliche Einsatzformen:

Wesentlich ist, dass Unternehmen klarmachen: Der Bericht stammt nicht von der Maschine. Generative KI unterstützt, aber die Verantwortung für Inhalte, Gewichtungen und Wertungen liegt weiterhin bei der Unternehmensführung.

Anwendungsfälle über den Jahresbericht hinaus

Wer Generative KI für den offiziellen Nachhaltigkeitsbericht einführt, kann sie auch für andere, häufig wiederkehrende Kommunikationsformate nutzen:

So entsteht rund um den Nachhaltigkeitsbericht ein integriertes Kommunikationsökosystem, das konsistent, ressourcenschonend und nutzerorientiert ist.

Qualität, Transparenz und „Greenwashing“-Risiken

Mit jeder Automatisierung wächst auch das Risiko, dass Fehler unbemerkt skaliert werden. Speziell im ESG-Kontext sind Glaubwürdigkeit und Prüfbarkeit entscheidend. Unternehmen sollten daher Sicherheitsnetze einziehen:

Statt Greenwashing zu fördern, kann KI im Gegenteil helfen, Schwachstellen sichtbar zu machen: etwa indem sie Abweichungen zwischen Zielen und Fortschritt markiert oder bekannte Branchenrisiken mit den eigenen Angaben abgleicht.

Technische und organisatorische Voraussetzungen

Damit Generative KI in der Nachhaltigkeitsberichterstattung Wirkung entfalten kann, braucht es mehr als die bloße Anbindung eines KI-Tools. Entscheidend sind:

Technologie ist nur ein Teil der Antwort. Mindestens ebenso wichtig ist die Bereitschaft, Prozesse zu hinterfragen und neu zu denken, etwa durch frühzeitige Einbindung von IT, Recht, Datenschutz, Controlling und Kommunikation.

Beispiele für konkrete Workflow-Optimierungen

Um die Potenziale greifbar zu machen, lohnt sich ein Blick auf typische, mit Generativer KI optimierte Workflows:

Solche Workflows schlagen die Brücke zwischen täglichem Nachhaltigkeitsmanagement und jährlicher Berichterstattung – und entlasten Teams von Routineaufgaben, damit sie sich stärker auf inhaltliche strategische Fragen konzentrieren können.

Ethische Dimension: Verantwortung bewahren, Kompetenz aufbauen

Wer Generative KI in der Nachhaltigkeitsberichterstattung nutzt, bewegt sich in einem sensiblen Feld: Es geht um Glaubwürdigkeit, Rechenschaft und gesellschaftliche Verantwortung. Deshalb sollten Unternehmen ein eigenes Leitbild für den KI-Einsatz entwickeln, in dem sie festhalten:

Langfristig wird Generative KI zu einem selbstverständlichen Werkzeug in der ESG-Arbeit werden – ähnlich wie Tabellenkalkulationen oder Textverarbeitungsprogramme heute. Die entscheidende Frage ist nicht, ob Unternehmen diese Technologie nutzen, sondern wie verantwortungsvoll und transparent sie es tun.

Wer frühzeitig Erfahrungen sammelt, realistische Erwartungen formuliert und klare Leitplanken setzt, kann aus Generativer KI einen starken Verbündeten machen. Für effizientere Prozesse, präzisere Berichte – und letztlich für eine Nachhaltigkeitsstrategie, die nicht nur dokumentiert, sondern wirksam gesteuert wird.

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